Das Kino war eine Revolution. Für die Menschen war es neu, dass die Bilder auf der Leinwand sich bewegten, als würde dort wirklich etwas geschehen. Doch auch vorher gab es schon bewegliche Bilder.
Versuche in ein Werk mehr hineinzumalen als einen Augenblick, gab es schon vor der Erfindung des Kinos. Für viele Künstler war es eine große Herausforderung ihre Bilder so zu gestalten, als würden sie sich dem Betrachter zuwenden und sich mit ihm bewegen. Doch wirklich bewegliche Bilder wurden selten von Malern geschaffen. Eine der ersten Techniken bewegliche Bilder zu schaffen war das Daumenkino. Findige Künstler hatten entdeckt, dass das menschliche Auge nicht besonders gut sehen kann. Schnelle Änderungen werden als kontinuierliche Bewegung wahrgenommen.
Im Daumenkino wird daher die Bewegung in viele Momentaufnahmen gesplittert und auf nacheinander folgende Blätter gezeichnet. Lässt man dann diese Blätter schnell zwischen den Fingern aufblättern, scheint es, als hätte man eine bewegte Situation vor sich. Diese Technik wurde weiterentwickelt zum Mutoskop, bei dem die Bilder auf einer Walze angeordnet sind. Eine Mechanik sorgt dafür, dass die Drehbewegung bei jedem Bild leicht stockt. So kann der Zuschauer durch eine Schauöffnung die bewegten Bilder erkennen. Ähnlich funktioniert auch der Kinematograf, der Vorläufer moderner Kinoprojektoren. Nur dass hier die Bilder nicht direkt betrachtet werden, sondern von einer starken Lichtquelle an die Wand projiziert werden. In Verbindung mit der Fotografie entstand so unser modernes Kino.
Es gibt auch andere Techniken Bilder beweglich zu machen. Bei den ersten Beispielen bewegen sich die Bilder ja nicht, sondern es entsteht eine optische Täuschung. Wirklich bewegliche Bilder findet man zum Beispiel in Pop-up-Büchern. Sobald eine Seite aufgeschlagen wird, klappen einige Elemente des Bildes auf und bewegen sich. Am Rand der Seiten findet man oft auch noch Hebel, mit denen weitere Elemente bewegt werden können. Für Kinderbücher ist diese Technik immer sehr beliebt. Aber auch Kuriositäten kann man mit dieser Technik sehr gut darstellen. Zuletzt gibt es noch Kippbilder. Hier sind zwei Bilder so auf eine geriffelte Fläche aufgetragen, dass bei jedem Winkel ein anderes Bild zu sehen ist. Je nach Auswahl der Bilder kann auch dies als Bewegung wahrgenommen werden.
03. Juni